Gedenken zur Reichspogromnacht

 

„Wo sie jede Lore den Tod näher brachte.“

 

Beindruckende Texte und Musik waren am 9. November im Gemeindezentrum Friedrichsfehn bei einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht zu hören.

Zehn Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Ammerland und Oldenburg hatten zuvor ein Seminarwochenende in Nordhausen, im KZ Mittelbau Dora verbracht. Dieses war 1943 als Außenlager für das KZ Buchenwald gegründet worden und diente als Arbeitslager zur Raketenproduktion. Die Gruppe unter der Leitung von Imke Winkelmann und Andre Meinen hatte das Lagergelände, die Stollenanlage und eine entsprechende Ausstellung besucht und dabei viel über die Arbeits- und Lebensbedingungen und auch das Sterben im Lager erfahren.

In den aus diesen Eindrücken entstandenen teilweise poetischen Texten brachten die Teilnehmenden zum einen die Unvorstellbarkeit der damaligen Geschehnisse zum Ausdruck. Der Schrecken passte nicht zur schönen Natur ringsum. Es war eine „Gratwanderung zwischen Idylle und Bedrücktheit“. Die Schilderungen von Zeitzeugen, die das Lager überlebten, waren ebenfalls nur schwer zu begreifen. Neben dem Entsetzen war aber vor allem eines aus den Worten der jungen Erwachsenen herauszuhören: „Wir dürfen niemals vergessen, was geschehen ist! Unsere Verantwortung liegt darin, die Erinnerung an ein grausames Verbrechen an der Menschheit weiterzutragen.“ Und dieses gilt insbesondere in Angesicht des aufkeimenden Rechtsradikalismus und der Fremdenfeindlichkeit in der derzeitigen Flüchtlingskrise. So wurde der Bogen gespannt vom Geschehen damals zur aktuellen Situation, wie es auch in einem Zitat eines Überlebenden des Lagers klingt: „Du hast keine Schuld. Du hast Verantwortung. Damit sich diese braune Pest nicht wieder ausbreitet!“ 

Die Veranstaltung machte sehr deutlich wie wichtig das Gedenken an die Schrecken des Nationalsozialismus heute weiter ist. Jiddische Lieder und Klezmermusik gespielt von der Band „die gelbe Kiste“ gaben den Texten einen angemessenen und stimmungsvollen Rahmen. Eine beeindruckende Veranstaltung!

Daniela Ludewig-Göckler

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